Sitzung 2835


“Ich erkenne mich nicht wieder”
“Freiheit und Unabhängigkeit”
“Was bin ich wirklich?”



Samstag, 29. August 2009 (Privat/Telefon)

Übersetzt von Katrin Klinger Haka.klinger@gmail.com

Teilnehmer: Mary (Michael) und Katrin (Duncan)

Ankunft dauert 15 Sekunden

ELIAS: Guten Tag

KATRIN: Hallo. Guten Tag, Elias.

ELIAS: Ha ha ha! Und was wollen wir diskutieren?

KATRIN: Das ist mein Problem heute. Ich bin mir nicht sicher, was ich Dich fragen könnte. Das ist mir noch nie widerfahren. Ich beginne mit einigen Beobachtungen über mich selbst, und du könntest mir vielleicht eine Erläuterung geben. Ich würde gern Fragen stellen, aber ich weiß nicht, wie ich sie formulieren soll.

Mein Dasein, meine Umwelt ist zurzeit ausgewogen und schön, und ich bin viel relaxter als früher. Ich bin nicht mehr so organisiert, und ich gebe anderen viel mehr Raum, als ich es früher tat. Ich fühle mich wohl, wenn ich über meine derzeitige Situation und deren Symbolik nachdenke, aber ich komme mir wie eine fremde Person vor. Ganz kleine Beispiele: Ich brauche kein aufgeräumtes Haus mehr, bewusst habe ich während eines neunwöchigen Ferienaufenthalts keine E-Mails gesandt oder angeschaut, telefonierte nicht. Ich plane kaum noch, was ich kochen werde, wie ich den Abend oder den nächsten Tag gestalte. Ich vergesse Dinge oder Treffen. Ich bin mir sicher, dass ich nicht gaga bin; ich bin einfach weniger strukturiert als früher.

Kürzlich stand ich morgens mit der inneren Kommunikation auf, dass ich mich nicht wieder erkenne. "Das bin nicht ich", sagte ich zu mir selbst. Es scheint, als ob ich losgelöst bin von meinen eigenen Schöpfungen. Sie sind wichtig für mich, weil ich mich damit wohl fühle und sie mir Unbeschwertheit geben; ich erschaffe sie mit natürlicher Selbstverständlichkeit. Aber ich umgebe mich mehr mit einer Begleiterscheinung als mit einem Raum, in dem ich operiere. Das ist eine Entdeckung für mich, und ich kann daraus keine Frage ableiten. Vielleicht könntest Du einschätzen, was ich hier versuchte zu erzählen.

ELIAS: Du erinnerst Dich an unsere Diskussion über wirkliche Identität und den Anhängseln der Identität?

KATRIN: Ja.

ELIAS: Das ist es, was Du gerade tust. Du erlebst die Loslösung dieser Anhängsel. Nicht, dass sie verschwinden, nicht, dass sie unwichtig werden, aber Du beginnst zu realisieren, dass diese Anhängsel dich nicht ausmachen, dass es sie gibt, aber nicht du selbst sind, dass sie nicht repräsentieren, was und wer du bist; und dass du diese Anhängsel wahlweise so einbeziehen kannst, wie du es möchtest, ohne die Klammer des Müssens oder des Sollens.

In diesem Prozess erlaubst du dir die Entdeckung, was für dich natürlicher und was authentischer für dich ist. Und ja, es scheint ungewohnt für dich zu sein; sozusagen eine fremde Person. Tatsache ist, du bist keine andere Person; du erlaubst dir lediglich die Erfahrung deiner Authentizität statt der Erfahrung deines Selbst mit all den Anhängseln, was eine andere Erfahrung ist. Wie ich bereits sagte, die Anhängsel verschwinden nicht - sie bleiben – aber du musst sie nicht anwenden oder ausdrücken.

Daraus folgt, dass Du nicht unbedingt motiviert bist mit Anderen interaktiv zu sein. Das mag sich ändern, aber das ist nicht von Belang. Der Punkt ist, dass du in der gegenwärtigen Situation, in diesem Moment, in diesem Zeitabschnitt der Verpflichtung nicht nachgibst und kein intensiver Antrieb zum Müssen oder Sollen, zum Nicht-Müssen oder Nicht-Sollen vorliegt.

Die Verpflichtung, die Assoziation, dass Freunde in Verbindung stehen oder sich melden sollten, ist eine Erwartungshaltung, um die Freundschaft auf dem Laufenden zu halten – das sind Anhängsel. Das sind Assoziationen, die ihr habt. Das sind Ideen und Konzepte wie auch Einflüsse zu dem, was ihr gelernt, gelehrt bekommen habt oder was eurer Erfahrung entspricht.

Sich von Erfahrungen zu lösen ist schwerer als sich von dem zu lösen, was ihr gelernt oder gelehrt bekommen habt. Nicht, dass das schon herausfordernd genug ist, aber eure Erfahrungen bringt ihr mehr in Verbindung mit dem, wer Ihr seid. Insofern sind viele eurer Erfahrungen motiviert von eurer Einschätzung, was ihr tun solltet mit all den dazugehörigen Tentakeln, die sozusagen an jedem "Sollte tun" kleben - als Gründe, warum ihr überhaupt eine Handlung vornehmt.

Die simple Handlung, einen Freund anzurufen, schließt das Anhängsel Freundschaft ein mit all den anderen Tentakeln, die sich ausdrücken in der Frage: „Warum sollte ich anrufen?". Warum verpflichtest du dich, einen Freund anzurufen? Weil das die Freundschaft aufrecht erhält und dem Freund versichert, dass man an ihn denkt, ihn wichtig nimmt und Anteil nimmt. Es schließt auch die Assoziation ein, wenn ich mich melde, meldet sich der Freund auch als Gegenleistung, sozusagen ein Geben und Nehmen. Die Verbindung bleibt bestehen. Oder es ergibt sich eine Situation in der ihr glaubt, die Hilfe des Freundes zu benötigen oder umgekehrt, dann gibt es ein Einvernehmen, dass dieses Bedürfnis zufrieden gestellt wird, wenn man die Freundschaft regelmäßig pflegt. All diese Gründe sind die Greifarme des Anhängsels, die euch motivieren, bestimmte Handlungen fortzusetzen, weil ihr sie von euch erwartet.

Du erfährst gerade die Erlaubnis für dich selbst, nicht notwendigerweise automatisch auf diese Anhängsel zu reagieren, ohne viel zu analysieren.

KATRIN: Ich bemerkte auch noch, dass ich mich mit einigen meiner Bekannten oder Freunden langweile. Nur mit einer Freundin und Mary kann ich mich über Dinge unterhalten, die mich wirklich interessieren. Es geht soweit, dass ich aus nichts, was ich mache, mehr richtig einen Kick bekomme. Darüber denke ich viel nach. Ich warte auf Inspiration, mehr von innen, da ich von außen im Moment nicht sehr inspiriert bin. Ich habe den Eindruck, dass dieses Warten auf Inspiration zu vergleichen ist damit, sich ein Ziel zu setzen, was die Freude am Prozess ausschließt.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich gelangweilt bin, aber nicht unglücklich. In meiner Einschätzung habe ich mir nicht die Möglichkeit eröffnet, spontan auf Impulse zu reagieren, was ich gern machen möchte. Ich bin spontan, wenn ich mit Anderen zusammen bin, wenn ich koche, einkaufe, oder wenn ich meine Arbeit erledigt habe. Ich bin spontan und flexibel, wenn ich in Kontakt mit meiner Umwelt bin, aber ich bin nicht so beweglich mit mir selbst. Das könnte der Ursprung meiner Langeweile sein, weil ich bemerke, nachdem was Du mir heute gesagt hast, dass ich bestimmte Anhängsel in meine Realität nicht mehr benutze. Ich möchte eine andere Route einschlagen, um mir meine eigene Unterhaltung zu machen, so sehe ich das jetzt.

ELIAS: Ja! Wichtig ist, den spontanen Impulsen Aufmerksamkeit zu widmen und ihnen zu folgen, statt sie zu unterdrücken. Der Grund, Impulse nicht ernst zu nehmen, beruht auf der gewohnten Art des Denkens und der Assoziation, dass impulsives Handeln zunächst nicht produktiv ist.

KATRIN: Genau das trifft für mich zu.

ELIAS: Und warum soll man deshalb den Impulsen folgen? das ist nicht produktiv. Das bringt nichts von dem, was als produktiv eingeschätzt wird. Aus diesem Grunde ist es fast leichtsinnig.

Hierin liegt ein anderer Aspekt des Entdeckens des authentischen Wesens und der Abkopplung der Anhängsel, indem du den spontanen Impulsen Aufmerksamkeit gibst, egal welcher Art sie sind, egal wie unbedeutend oder geringfügig sie erscheinen oder wie wenig Zeit sie beanspruchen, um ihnen nachzugehen.

Das ist ein anderer Gesichtspunkt, denn mit wichtigen Handlungen wird mehr Zeitaufwand assoziiert. Wenn ihr in einem Projekt involviert seid, das eine Stunde, zwei Stunden, fünf Stunden oder mehrere Tage in Anspruch nimmt, bekommt es eine größere Wichtigkeit und mehr Aufmerksamkeit, weil es produktiv ist. Aber einem Impuls zu folgen, dessen Ausführung nur 15 Minuten dauert, ist genauso produktiv wie eine Handlung, die über mehrere Tage geht. Es ist lediglich anders. Es ist ein anderer Typ von Produktivität. Diese Art von Produktivität erlaubt euch mehr, das wirkliche Selbst zu sein, herauszufinden, welche Interessen ihr habt, welche neue Interessen sich entwickeln mögen und was tatsächlich eure wirklichen Interessen sind, statt dem zu folgen, was ihr für ein Interesse gehalten habt, weil es euer Interesse sein sollte.

Wie in dem Beispiel, in welchem du ausdrücktest, dass du nicht mehr so sehr an der Unterhaltung oder dem Austausch mit Anderen und Freunden interessiert bist, weil die Themen dich nicht interessieren. Bis zu einem gewissen Grade, würde ich sagen, warst du an den Themen auch vorher nicht richtig interessiert, aber du folgtest dem Anhängsel Verpflichtung und des vermeintlichen Sollens; das sind die "Warums", die Tentakel in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Deshalb musst du Interesse zeigen. Oder auch, wenn du selbst kein Interesse hast, solltest du der anderen Person die Möglichkeit geben, sich auszudrücken und deshalb etwas Interesse daran zeigen als Ausdruck deiner Anerkennung der Wichtigkeit, die der Andere dem Thema beimisst, was auch wieder ein Tentakel zu Freundschaft und Beziehungen ist.

Was Du jetzt tust, ist das sich Öffnen zur Erfahrung des Beziehungs-Zustands (the state of relationship), nicht die Beziehungen, die immer einen Austausch zwischen dir selbst und anderen Manifestationen, sei es zwischenmenschliche Beziehungen oder andere, bedingen, sondern den Seinszustand wahrer Beziehung, welcher der Zustand der Verbundenheit ist. In diesem Zustand der Verbundenheit sind solche Anhängsel nicht mehr notwendig, weil ihr bereits miteinander verbunden seid.

Deshalb ist es ohne Belang, ob ihr an einem Thema, das für jemanden Anderen wichtig ist, interessiert seid oder nicht. Es ist nicht notwendig das zu zeigen. Es ist nicht notwendig, eine Verbindung zu beweisen, indem ihr Interesse an dem für den Anderen wichtigen Thema zeigt. Ihr seid präsent, und die Präsenz in sich selbst drückt den Wert eures Selbst aus und erkennt zugleich den Anderen an, egal ob ihr das für ihn wichtige Thema für wichtig haltet oder nicht.

In diesem Sinne hast du begonnen, dich in die Richtung des authentischen Selbst zu bewegen, und ja, es ist fremdartig. Darüber hinaus sind einige Aspekte davon unbekannt, und ja, das kann verwirrend sein, weil du weiterhin nach gewohnten Bezugspunkten suchst, die sich in den Anhängseln ausdrücken.

Auf diese Weise beginnst Du, das Anhängsel Unabhängigkeit fallen zu lassen, nicht unbedingt loszulassen, aber fallen zu lassen. Dazu habe ich kürzlich einiges gesagt, weil dies ein wichtiges Tor dazu ist, auf objektive Weise wirklich den Bewusstseinswandel zu erleben, was bedeutenden Umbrüchen in eurer Realität den Weg bereiten wird.

Lass mich zum Ausdruck bringen, mein Freund, eine der wichtigsten Umwälzung in eurer Realität innerhalb des Bewusstseinswandels wird sein, dass das Fundament Austausch unbrauchbar wird. Folglich wird die offensichtlichste Form von Austausch, nämlich Geld oder irgendeine Form von Tausch, in der eine Handlung gegen eine andere ausgetauscht wird, was die Basis für Geld ist, keine Rolle mehr als Grundelement eurer Realität spielen.

Nun; viele Individuen, wenn nicht alle, sind damit vertraut und fragen sich, wie kann das möglich sein? Wie können wir eine solch gewaltige Neuerung in unserer Realität erreichen, wenn diese Grundlage des Austauschs so viele unserer Handlungen durchdringt – und sich in den Anhängseln niederschlägt, sogar darin, was ihr seid, aber nicht darin, was ihr wirklich seid.

Nun, um diese gewaltige Veränderung in Eurer Realität zu erreichen, müsst ihr zuerst die Anhängsel entdecken und wie immens deren Einfluss ist darauf, was und wer ihr seid. Wenn ihr diese Anhängsel nicht erkennt und nicht loslassen könnt und entdeckt, welchen Einfluss sie haben und euch limitieren, und nicht entdeckt Wer und Was ihr wirklich seid, wie sollt ihr dann diese gewaltigen Veränderungen in Bezug auf die Anhängsel in eurer Realität zu Stande bringen? Tausch selbst ist ein Anhängsel.

Eines der gewaltigsten Anhängsel neben Austausch in Bezug zu eurer Identität, das ihr für genauso gut haltet wie Austausch und als Belohnung schätzt, und - wie ich bereits gesagt habe - einer der Juwelen eurer Realität ist, das ihr direkt mit eurer Identität verknüpft, ist Unabhängigkeit. Dieses Juwel setzt ihr gleich mit Freiheit, aber das ist es nicht. Es ist keine Freiheit. Es fesselt euch. Freiheit ist nur ein anderer Begriff für Abschottung, und Abschottung fesselt Euch.

Ihr sagt nicht, dass ihr Freiheit z u bestimmten Dingen erreicht. Ihr formuliert es als Freiheit v o n dies und jenem. Freiheit ist mit einer Handlung verbunden, in der ihr Euch weg von Aspekten bewegt, die ihr als bindend oder limitierend einschätzt. In eurer Wahrnehmung heißt es, je unabhängiger ihr werdet, umso freier werdet ihr, umso weniger gebunden an bestimmte andere Ausdrucksformen.

Tatsache ist jedoch, je stärker ihr Freiheit ausdrückt, umso mehr seid ihr gebunden, weil eines der dominanten Anhängsel zum Anhängsel Freiheit Kontrolle ist. Am Anhängsel Unabhängigkeit hängt das Anhängsel Verantwortlichkeit sowie das enorme Anhängsel, die richtigen Schritte zu tun, die rechte Wahl zu treffen. Wenn ihr unabhängig seid, müsst ihr die rechte Wahl in euren Handlungen treffen, um die Unabhängigkeit zu sichern. Je unabhängiger ihr seid, umso mehr seid ihr verantwortlich für die Erhaltung eurer Unabhängigkeit. Je unabhängiger ihr seid, desto mehr muss diese Unabhängigkeit kontrolliert werden.

Deshalb fesselt euch das Juwel, das ihr Freiheit nennt, umso mehr ihr es ausdrückt. Je länger ihr danach trachtet und es erlangt, umso mehr distanziert ihr euch und umso weniger erlaubt ihr euch etwas zu bekommen. Was sollt ihr empfangen? Ihr könnt es selbst tun. Was sollt ihr von außerhalb annehmen? Das könnt ihr allein, weil Ihr unabhängig seid.

KATRIN: Das ist eine harte Nuss.

ELIAS: Ja, es ist erheblich und gewaltig, weil es eure gesamte Existenz, egal, was es ist, durchzieht. Ob es euer Eigentum ist, was euch gehört, eure Umwelt, oder Individuen, Gegenstände, Tiere. Es spielt keine Rolle – es ist alles, was in eurer Verantwortung liegt. Und wie könnt ihr bestimmen, was eure Verantwortung ist? Womit immer Ihr euch beschäftigt. Unabhängig zu sein, schließt immer die Verantwortung für alles, womit ihr beschäftigt seid, ein, sei es das Heim, das Auto, eure Familie, eure Freunde, andere Individuen, Kollegen, Fremde, Gegenstände, Haustiere, Bäume. Es spielt keine Rolle (It matters not). Womit ihr euch in eurer Existenz einlasst, ist Teil eurer Verantwortung in eurer Unabhängigkeit.

Was ist die Umkehrung von Unabhängigkeit, oder, was ihr als Gegenteil von Unabhängigkeit bezeichnet? Es ist nicht Abhängigkeit. Das Gegenteil oder die Umkehrung von Unabhängigkeit ist Verbundenheit (relationship). Nicht Beziehungen (relationships), sondern der Zustand der Verbundenheit, das Wissen um die Verbundenheit, das Wissen, dass es keine Isolation gibt, dass niemand isoliert ist und trotz eurer wundersamen Einzigartigkeit ihr alle miteinander verbunden seid.

Nun; wie kann das sein? Wie erhaltet ihr eure einzigartige Individualität, ohne überhaupt nicht getrennt zu sein, stattdessen vernetzt im Zustand der Verbundenheit?

Bauen wir das in einfachen gewohnten Begriffen auf: untersuchen wir, was dich ausmacht - wir verwenden hier nicht den Begriff "Wesen", weil ihr alle, oder die meisten von euch, es bereits als getrennt von euch seht. Ihr alle habt einen anderen Wesens-Namen und demzufolge ist das Wesen etwas anderes als ihr in körperlicher Erscheinungsform. Daher erschafft das bereits eine erhebliche Trennung. Betrachten wir, wer du bist und was dich als dein Selbst ausmacht. Es ist nicht das Körperbewusstsein, jedenfalls in deiner Einschätzung, in deiner Wahrnehmung. Nun, was ist dein wirkliches Selbst?

Die meisten von euch werden das wirkliche Selbst entweder als Geist – den ihr nicht vollkommen mit dem Gehirn gleichsetzt, und obwohl ihr Teile davon mit dem Gehirn in Verbindung setzt, betrachtet ihr euren Geist in einem anderen Licht als das körperliche Gehirn – oder als Seele definieren. Eher als Seele, weil ihr diese nicht mit einem körperlichen Organ oder einer körperlichen Manifestation verbindet. In eurer Wahrnehmung ist die Seele das wirkliche Selbst, der Bewirker dessen, wer ihr seid, was ihr seid. Obwohl sie irgendwie im Körper residiert, ist sie schwer zu fassen und nicht mit dem Körper verbunden.

Nun gut; verwenden wir die Vorstellung vom authentischen Selbst – wer ihr seid, was ihr seid, diese Seele – wie kann diese Seele einzigartig sein, verschieden sein und sie selbst sein und trotzdem nicht getrennt, stattdessen vollständig und gänzlich verflochten mit "Allem Was Ist" in jeder Hinsicht? Ganz einfach, wie jeder von euch es leicht verstehen kann, in der Darstellung des Konzepts eines Seelenpartners.

Die Vorstellung des Seelenpartners, obwohl er in verschiedener Form und Philosophien erscheint, hat die gemeinsame Grundlage, dass es irgendwo etwas gibt, eine andere Seele, welche Teil des eigenen Selbst ist, der nicht abtrennbar ist. Egal, ob ihr den Seelenpartner als lebendigen Menschen erlebt oder nicht, er ist immer ein Teil von euch. Das motiviert oft viele, viele Individuen dazu, wirklich nach diesem Seelenverwandten zu suchen, diesem Teil, der nicht abgeschnitten werden kann, der so sehr Teil des eigenen Selbst ist. Ohne ihn fühlt sich das Individuum unvollständig oder nicht als Ganzes.

Nun, wie du weißt, sind das Vorstellungen, aber da ist ein Quäntchen Wahrheit enthalten. Ihr habt begonnen, die Realität der Verbundenheit, das Verbunden-Sein, die Gemeinsamkeit zu erschaffen, was das Fehlen von Trennung in physischer Form als Seele und Seelenpartner beschreibt. Das gibt den Weg frei sich zu wandeln (shifting), euer authentisches Selbst, eure wirkliche Identität ohne Anhängsel zu erkennen.

Die Seele hat keine Anhängsel. Seele ist einfach nur ein anderer Begriff für das Selbst, wer und was du in deiner Authentizität bist, und der Seelenpartner ist alles andere, „Alles Was Ist" als authentischer Teil, der zu dir gehört und nicht getrennt von dir ist. Die Trennung kommt durch die Anhängsel, und wie ich schon sagte, eines der größten Anhängsel, neben Austausch, ist Unabhängigkeit.

KATRIN: Mir kamen die Tränen als du Freiheit und Unabhängigkeit erklärtest, was sie repräsentieren. Ich spürte diesen Wunsch, dass es so ist, wie du es erklärt hast. Ich glaube, ich spüre einen starken Antrieb, dieser Richtung zu folgen. Ich kann für mich sprechen, weil es mich so erreicht hat. Es ist kein Konzept, es ist das Gefühl, dass es eine Saite in mir angeschlagen hat.

ELIAS: Und das ist mehr als ein Wunsch, mein Freund. Ihr sehnt euch alle danach, euch so zu verändern. Das ist die Wiedererinnerung (remembrance) – nicht das Gedächtnis, nicht die Erfahrungen, sondern das Rückerinnern, der Zustand der authentischen Verbundenheit.

Ich habe gesagt, ein Faden kann noch kein Stoff sein; ein Faden ist ein Faden. Aber du bist nicht ein Faden. Du bist der Stoff und der Stoff kann nicht hergestellt werden ohne zahllose Fäden, weil nur so Stoff entstehen kann und so ist es auch mit euch.

Vielleicht bewegst du dich in deiner Wahrnehmung des Mangels an Motivation – was in Wirklichkeit kein Mangel an Motivation ist, es ist nur eine andere Motivation, eine, an die du noch nicht gewöhnt bist - in Richtung der wirklichen Freiheit ohne Grenzen, ohne gebunden zu sein und entdeckst das Wunder und die Großartigkeit deines authentischen Selbst, ohne Abstriche.

KATRIN: Ich hab nichts mehr zu sagen. (Elias lacht) Ich bin überwältigt, aber auf angenehme Weise.

ELIAS: Als du die Konversation mit mir heute begonnen hast, indem du ausdrücktest, dass du ungewohnte Handlungen vornimmst und du dich nicht wieder erkennst und trotzdem es nicht als unbehaglich empfindest, vielleicht kannst du diese Erfahrung als Tor sehen, den Glanz deines Selbst zu erkennen, dass du ohne Anhängsel sein kannst, wer du sein möchtest, dass du dich ausdrücken kannst, wie du es wählst, und trotzdem nicht abgetrennt bist.

KATRIN: Was ich bereits bemerkt und Mary erzählt habe, ist meine Entdeckung, dass ich viel einfacher gestrickt bin als ich dachte. Meine Erfahrung, losgelöst von meinen Schöpfungen zu sein, zeigte mir wie einfach meine Bedürfnisse sind, welche übertönt wurden durch Verpflichtungen oder dem, was ich glaubte, dass von mir erwartet wurde. Das habe ich bereits entdeckt.

ELIAS: Richtig, ja, etwas, was ich seit Beginn des Forums ausdrückte. Es ist alles ziemlich einfach, aber als Menschen seid Ihr richtig davon fasziniert etwas komplizierter zu machen.

KATRIN: Ich sitze manchmal herum und tue nichts, außer Bäume anzuschauen. Doch dann schleicht sich das Gefühl ein, dass ich etwas tun müsste. Andrerseits erkenne ich aber auch, sich so anspruchslos zu fühlen, hat ein Anhängsel, das mir angenehm ist. Also, ich versuche gerade mehr dazu herauszufinden. Ich bin mir selbst noch nicht ganz klar.

ELIAS: Und ist es nicht eine wirkliche Überraschung? Wenn du dir selbst einfache Ausdrucksformen präsentierst oder einfache Handlungen begehst oder, wenn du dir ganz einfache Impulse zugestehst, wirst du immer überrascht sein. Die Überraschung in ihrer Schlichtheit ist ehrlicher, die Wertschätzung der Überraschung auch.

KATRIN: Und Schönheit präsentiert sich darin auch.

ELIAS: Ja, genau.

KATRIN: Ich habe das erfahren. Es ist mehr dein Gehirn oder dein Geist, der das hinterfragt. Es wird vorbei gehen. (Elias lacht) Und niemals werde ich den Satz wieder sagen: "Du musst unabhängig sein". (Elias lacht mit Katrin) Ich wusste nicht, dass das so ein starkes Anhängsel ist. Was für eine Überraschung. Es ist so logisch. Darin zeigt sich eine natürliche Logik. Wenn du unabhängig bist, versuchst du dich zu separieren.

ELIAS: Richtig.

KATRIN: Nun, jetzt kann ich über Vieles nachdenken (Elias lacht), und meine Wahrnehmung über mich selbst, über uns. Ich bin überwältigt. Ich danke dir.

ELIAS: Es ist mir eine Freude, mein Freund. Ich freue mich auf unsere nachste Zusammenkunft, und meine Energy und Zuwendung sollen Dich ermuntern weiterzumachen. Ich schatze, mein Freund, Deine Energiegestalt in seiner Schonheit.

KATRIN: (voll Gefühl) Danke.

ELIAS: Gern geschehen. Als meinem Freund sage ich dir bis zu unserem nächsten Treffen au revoir.

KATRIN: Au revoir. Danke.

Elias geht nach 52 Minuten.