Sitzung 726


Die Opferrolle


(Ausschnitt)
Dienstag, 14. November 2000 (privat/Telefon)
Teilnehmer: Mary (Michael) und (Malhai) Tom.
Elias kommt um 11 Uhr 47 an (Ankunftszeit 19 Sekunden)


ELIAS: Wirklich, und darauf kommt es an und das haben wir besprochen in Bezug auf dieses besondere Glaubenssystem Duplizität, da das eine seiner wichtigsten Äußerungen ist, dass Individuen sich automatisch für ein Opfer halten und in die Opferrolle schlüpfen.

Das hat auch mit euren Beziehungen nach Außen zu tun, wenn ihr andere Individuen seht und mit ihnen zu tun habt. Dieser spezielle Aspekt dieses Glaubenssystems ist gut getarnt.

In euren Äußerungen in Bezug auf andere Individuen ... wie ich merke, kannst du das sicher gut objektiv verstehen, da du das oft mit Sena machst.

Ihr habt beispielsweise mit einem anderen Individuum zu tun, das herausfordernde Erfahrungen erschafft und Schwierigkeit hat, und ihr besprecht die Situationen und die Schöpfungen, auf die ihr euch eingelassen habt, und ihr bietet einander die Opferrolle an - nicht euch selbst, sondern dem anderen Individuum - und tarnt, dass ihr das andere Individuum auch als Opfer seht, als Mitleid oder Sympathie.

Ihr drückt einem Individuum gegenüber Mitleid aus, und DENKT manchmal auch, es sei ein Ausdruck von Mitgefühl, aber in Wirklichkeit ist das oft eine Tarnung dafür, dem anderen Individuum zu bestätigen, dass ihr auch der Meinung seid, dass es ein Opfer IST.

TOM: Ja. Es ist sehr versteckt.

ELIAS: Du hast Recht. Und damit lasst ihr nicht nur in euch eine Verbindung mit die Opferrolle fortbestehen und bestätigt sie für euch selbst, sondern ihr verstärkt sie auch, weil ihr sie anderen Individuen bestätigt . Das wird von allen akzeptiert, das ist automatisch, das ist gerechtfertigt, das macht ihr. Opfer-Sein wird eigentlich als angenehm angesehen.

TOM: Als gehörten Opferrolle und Mitgefühl zusammen.

ELIAS: Es ist für euch alle wirklich in Ordnung, diese Rolle zu spielen und andere Individuen für Opfer zu halten. Der Haken an der Sache ist, dass euch das einschränkt. Es nimmt euch den Blick auf eure Optionen und ihr behindert euch, indem ihr euch eurer Möglichkeiten nicht bewusst sein lässt bzw. überhaupt keine Wahlmöglichkeiten oder die Fähigkeit, sie zu erschaffen oder zu wählen, sehen könnt.

TOM: Ich kann sehen, dass wir uns blockieren.

ELIAS: Und das erschafft Verwirrung und große Schwierigkeiten. So macht ihr es euch schwer, euch erkennen zu lassen, wie ihr weiter kommt, anstatt euch blockiert oder sogar unter einer schweren Last zu fühlen. Die Unterdrückung kann nicht nur von anderen ausgehen, sondern auch von euch selbst.

TOM: Ja. Ich arbeite in meinem Beruf mit Hunderten von Leuten und mache alles ganz gut, glaube ich. Ich merke jetzt, dass ich mich zum Opfer mache, wenn ich denke, dass gewisse Leute nicht so gut arbeiten und Schwierigkeiten machen. Ich verstärke das und glaube eigentlich, dass ich meine eigenen Wahlentscheidungen nicht erschaffe.

ELIAS: Richtig. Wenn ihr in irgendeinem Moment meint, dass ihr nicht erschafft, was in eurer Realität geschieht, oder eure Realität nicht so erschaffen WOLLT – ebenfalls wenn ihr sagt, dass ihr eure Realität erschafft, aber weiterhin meint, dass ihr sie nicht GEWÄHLT habt – mit allen diesen Äußerungen verstärkt ihr den Aspekt der Duplizität sehr und nehmt euch Wahlmöglichkeiten. Keine Wahl zu haben, heißt Opfer zu sein.

TOM: Genau. Ich merkte, wie ich das mache.

ELIAS: Und in der Opferrolle habt ihr mit Schuld zu tun, die Duplizität enorm verstärkt.

Es ist ohne Bedeutung, in welche Richtung ihr Schuld projiziert, sei es eine Situation, ein Umstand, ein Individuum, oder ihr selbst - oder das Universum oder euer höheres Selbst oder andere Wesen – das ist nicht wichtig. Es ist ein starker Energieausdruck, der den Opferaspekt nährt und die Kraft der Glaubensannahme der Duplizität verstärkt.

Ihr ALLE macht das sehr oft und achtet nicht darauf und nehmt nicht wahr und erkennt nicht all die Momente, in denen ihr diese Rolle für euch erschafft oder Energie projiziert, wenn ihr ein anderes Individuum als Opfer seht, und das Opferverhalten verstärkt, fortbestehen lässt und euch und anderen Individuen darin bestätigt.

Und DAS ist der Grund dafür, dass wirklich sehr viele von euch objektiv Situationen, Aktionen, Umstände und Interaktionen erschaffen, die euch als Beispiele dienen, damit ihr genau dieses Thema erkennen könnt. So wird die Opferrolle ersichtlich und das erlaubt euch, alle Schichten dieses Ausdrucks mit allen Tarnungen zu erkennen.

Das heißt nicht, dass ihr nicht mit einem anderen Individuum zu tun haben könnt, das in seiner Erfahrung große Herausforderungen erschafft, und echtes Mitgefühl haben könnt. Mitgefühl ist nicht, was ihr als Mitleid definiert. Mitgefühl ist keine Besorgnis.

TOM: Ist es nur verwandt?

ELIAS: Ein echter Ausdruck von Mitgefühl ist, sich erkennen zu erlauben, was ein Individuum zu erschaffen wählt, und euch mit eurem empathischen Sinn einzufühlen. Der emotionale Ausdruck von Einfühlung besteht in einem echten Verständnis der Schöpfung eines anderen Individuums, aber ohne es irgendwie als Opfer zu sehen.

Und lass mich dir sagen, Malhai, täusche dich nicht, denn sehr, sehr oft sind Individuen interaktiv miteinander und meinen - und du meinst - , dass ihr das andere Individuum nicht als Opfer seht.

Und ich sage dir, würdest du wirklich auf dich achten und dir erlauben, innig mit dir selbst vertraut zu sein, könntest du dich damit überraschen, dass du in Wirklichkeit das andere Individuum für ein Opfer hältst.

TOM: Ich habe gemerkt, wenn ich nicht auf mich selbst achte ... (unhörbar).

ELIAS: Das ist eine weitere Schicht dessen, was ihr euch aufzeigt - eure Aufmerksamkeit euch selbst zuzuwenden und euch nicht durch die automatischen Reaktionen abzulenken, die zu euren Glaubensannahmen gehören. Damit gebt ihr euch auch die Erlaubnis, eure eigenen Verhaltensweisen und eure eigene Auffassung zu sehen, dass ihr nicht erschaffen oder wählen könnt, was wieder eine Opferhaltung ist.

Ihr gebt euch auch die Gelegenheit, mit euren Äußerungen vertraut zu werden, wie ihr automatisch einschätzt und wie ihr diese Aktion stoppen könnt. Ihr nehmt nicht nur wahr - was ihr auch bemerkt - sondern erlaubt euch auch, eure eigene Macht, eure eigenen Fähigkeiten und eure Wahlfreiheit zu erkennen.

TOM: Ja, und man kann Situationen in einem Augenblick ändern.

ELIAS: Ja.

Ich möchte dir auch sagen, in vielen, vielen dieser Situationen, die Individuen sich jetzt präsentieren, erschafft ihr, wie gesagt, klare offensichtliche objektive Äußerungen, die es euch leicht machen, diese Aspekte von Duplizität zu sehen.

Und in vielen Situationen und in vielen Momenten erlaubt ihr euch auch jetzt, fast automatisch zu begreifen, womit ihr euch verbindet, indem ihr euch erlaubt, den Einfluss der Glaubensannahmen zu begreifen und wahrzunehmen, was ihr wirklich erschafft. In dieser Aktion erlauben sich Individuen oft und in vielen Angelegenheiten, ihre Wahrnehmungen sofort zu verändern. Bloß einige Aspekte der Glaubensannahme, mit der ihr euch auseinandersetzt, zu bemerken erlaubt euch, sofort eurer Wahrnehmung eine ein bisschen andere Richtung zu geben.

TOM: Was hilft, die verschiedenen Konzepte zu integrieren ... (unhörbar).

ELIAS: Richtig.

Das gibt auch jedem von euch die Gelegenheit, die Information, die ich euch schon als Vorbereitung auf eure Teilnahme an solchen Erfahrungen gegeben habe, wirklich zu verstehen. So erlaubt ihr euch in eurer objektiven Realität, die Aktionen zu verwirklichen, euch zu entspannen, automatische Reaktionen zu beenden und wahrzunehmen, was ihr in euren Äußerungen und Verhaltensweisen erschafft.

Es zeigt euch den Weg Trennung und eure automatische Anspannung zu vermindern, euch der Erkenntnis und Anerkennung eurer Wahlmöglichkeiten zu öffnen und echte Annahme zu entwickeln. Aber ich möchte euch auch daran erinnern, dass Selbstannahme zuerst kommt - und euch mit euch selbst vertraut machen und eure Aufmerksamkeit bei euch selbst zu lassen.

...


ELIAS: ... Ich möchte eine abschließende Aussage machen.

In all diesen Aktionen, alldem, was ihr euch aufzeigt, all diesen Herausforderungen, die sich jetzt wirklich sehr viele Individuen präsentieren, in den Schwierigkeiten und Konflikten, die ihr erlebt, kann jeder von euch versuchen, sich mittendrin in dem, was er erschafft, zu erlauben, seine Wahrnehmung zu wenden und in sich den Spaß zu entdecken, sogar in der Mitte der Herausforderung. Erlaubt euch Humor und Lachen und tut, was euch Spaß macht, was durch ein ganz kleines Wenden eurer Wahrnehmung in diese Richtung erlaubt wird.

Das kann ziemlich hilfreich für euch sein, wenn ihr euch weiter diese enormen Herausforderungen und Konflikte präsentiert.